Frauen und Männer - Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen
 

NEIN zum drittgrössten Geschäft.

Menschenhandel ist ein weltweit organisiertes Verbrechen mit geringem Risiko und Milliardengewinnen. Schätzungsweise achthunderttausend bis zwei Millionen Menschen werden jährlich über Landesgrenzen hinweg gewaltsam verschleppt und verkauft. Viele landen in der Zwangsprostitution. Ungefähr 80 Prozent davon sind Frauen und Mädchen, etwa die Hälfte davon ist minderjährig. Ein Entkommen ist schwierig.

Ein gut organisiertes Verbrechen

Die Versprechungen für Jobs und Ausbildungschancen klingen verlockend. Viele Frauen in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen vertrauen den Vermittlern und reisen „freiwillig“ aus. Am Zielort werden sie oft eingesperrt, die Papiere werden ihnen abgenommen, sie verfügen über kein Geld, kein Telefon und wissen oft nicht, an welchem Ort oder in welchem Land sie sich befinden.

UNIFEM ist in den Herkunftsländern aktiv

Zum Beispiel mit Beratungszentren für traumatisierte Frauen, mit Anti-Frauenhandelskomitees in Dörfern entlang den Menschenhandelsrouten und der Sicherung der psychologischen Betreuung für Opfer. UNIFEM fördert zudem Vereinbarungen zwischen Regierungen von Herkunfts- und Zielländern zur Bekämpfung des Frauenhandels.

Indien: Bekenntnis und Engagement für mehr Gerechtigkeit

Die Mitglieder des indischen Netzwerks „Anwälte für Recht und Gerechtigkeit“ verteidigen keine Frauenhändler und gewähren Opfern kostenlose Rechtshilfe. Das Netzwerk der Anwälte bietet dem Nachwuchs zudem kostenlose Schulungen an. UNIFEM unterstützt dieses Netzwerk.

Nepal, Indien, Sri Lanka: Gefährdete Witwen

Viele Witwen jeden Alters werden von der Gesellschaft ausgeschlossen, zum Betteln gezwungen oder an die Sexindustrie verkauft. UNIFEM realisiert in diesen Ländern ein mehrjähriges Witwenprogramm - zusammen mit Regierungen, regionalen Organisationen, Religionsführern und Vertrauensleuten.
mehr zu diesem UNIFEM-Programm

Ohne Nachfrage kein Handel!

Die Schweiz ist sowohl Ziel- als auch Durchgangsland für den internationalen Frauenhandel. Jährlich werden schätzungsweise zwischen 1500 und 3000 Frauen an die schweizerische Sexindustrie verkauft.

Täter verfolgen, Opfer schützen

Die Bekämpfung des Handels ist wichtig, aufwendig und nicht einfach. Doch die Hilfe für die Opfer darf nicht zu kurz kommen. Viele der Frauen sind schwer traumatisiert. Sie werden von ihren „Besitzern“ eingeschüchtert und oft wird ihnen mit Gewalt gegen Kinder und Eltern in der Heimat gedroht. Mit der Einreichung einer Petition mit rund 70'000 Unterschriften wurde der Bundesrat 2008 aufgefordert, die Grundlagen für einen verbesserten Opferschutz zu legen. Eine entsprechende Motion wurde 2009 im Nationalrat ganz knapp abgelehnt. Doch das Thema ist nicht vom Tisch. Auch die UNO-Frauenrechtskonvention CEDAW forderte dieses Jahr die Schweiz auf, mehr für die Opfer von Frauenhandel zu tun, u.a. die Aufenthaltspraxis anzupassen und die Opferberatung zu stärken.

Informieren, diskutieren, Tabus brechen

Engagieren auch Sie sich. Hier finden Sie fundierte Informationen:
www.stopp-frauenhandel.ch
Auf dieser Website werden Bildungsmaterialien angeboten für Lehrpersonen, für die Erwachsenenbildung, die Jugendarbeit, die Information auf Gemeindeebene oder in einem Verein.
Bildungsdossier

Wanderausstellung «Ohne Glanz und Glamour»

Diese Wanderausstellung dokumentiert „Frauenhandel und Zwangsprostitution im Zeitalter der Globalisierung – Szene Schweiz“. Sie kann gemietet werden.
Website

Als Freier aktiv werden

Woran erkenne ich Frauenhandel? Wie kann ich helfen? Was sollte ich auf keinen Fall tun? Antworten und weitere Informationen für Freier gibt es online.
Website

Stopp Gewalt gegen Frauen

Von den mehr als tausend Frauen, die jährlich durch Frauenhandel in die Schweiz gelangen, kommen sehr viele in den Kanton Zürich. Er gehört zu den Kantonen mit den höchsten bekannten Opferzahlen. 2008 hat die FIZ, die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration, 132 Opfer von Frauenhandel aus dem Kanton Zürich beraten, das Mädchenhaus zwei Personen. Die kantonale Kriminalstatistik führt für 2008 sechs Verfahren wegen Menschenhandel auf. Die Dunkelziffer ist hoch, viele Opfer schaffen es nicht, aus der Zwangssituation auszubrechen.

Frauenhandel: Anlaufstellen

  • FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration 044 240 44 22
    Website
  • Mädchenhaus Zürich (für junge Frauen bis 20): 044 341 49 45

Gemeinsames Engagement von Behörden und Fachstellen

Der Runde Tisch gegen Frauenhandel ist ein Kooperationsgremium von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, in dem sich auch die Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann des Kantons Zürich engagiert. Ziele des Runden Tisches sind mehr Schutz für Opfer und eine konsequentere Verfolgung der Täterschaft.

 
«Ich engagiere mich bei UNIFEM, weil wir Gewalt an Frauen und Unterdrückung nur gemeinsam anpacken und langfristig aus der Welt verbannen können.»
Champa Gyawali, Nepalesin, wohnhaft in der Schweiz
Männer engagieren sich weltweit
menengage, die Allianz von Nichtregierungsorganisationen und UN-Agenturen setzt sich für ein neues Männlichkeitsbild und die Gleichberechtigung der Geschlechter ein. Auch der Beitrag von Männern zur Bekämpfung der Gewalt an Frauen und Mädchen ist ein Thema. UNIFEM unterstützte 2009 das erste globale menengage-Symposium.
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