Frauen und Männer - Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen
 

Nicht alles ist privat.

Es gehört zum Schlimmsten, was einem Menschen widerfahren kann: Gewalt erleiden durch eine nahe stehende Person. Viele Frauen sind davon betroffen, eine Minderheit von Männern auch.

Mindestens eine von drei Frauen wird im Laufe ihres Lebens geschlagen, zu Sex gezwungen oder auf andere Weise missbraucht – meistens von einer Person im persönlichen Umfeld. Doch Gewaltausübende gehen oft straffrei aus. Gewalt in Paarbeziehungen kommt in jeder Kultur, in jedem Land und in jeder sozialen Schicht vor. Die Opfer sind oft sowohl von körperlicher, psychologischer als auch sexueller Aggression betroffen.

UNIFEM setzt sich in Entwicklungsländern dafür ein,

… dass in Prävention investiert, Gesetze durchgesetzt und Gesetzeslücken geschlossen werden;
… dass gefährdete Frauen besser geschützt, Opfer unterstützt und Gewaltausübende bestraft werden;
… dass Tabus gebrochen und Diskriminierungen abgebaut werden.

zum Beispiel in Äthiopien


Foto: Alison King

Es braucht Frauenhäuser ebenso wie Fachleute, die den betroffenen Frauen zur Seite stehen. Dafür setzt sich UNIFEM ein. Unterstützt werden auch Veranstaltungen für Männer, Knaben und religiöse Führungspersonen sowie die Information der breiten Öffentlichkeit über die Rechte der Frauen zum Schutz vor sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt.
mehr zu diesem UNIFEM-Programm

zum Beispiel in Afghanistan

Acht Jahre nach dem Zusammenbruch der Talibanherrschaft hat sich die Lebenssituation für Frauen in Afghanistan kaum verbessert. Umso wichtiger ist es, dass sich die von UNIFEM unterstützte Organisation Voice of Women (VWO) für Frauenrechte und gegen Gewalt einsetzt. Bisher fanden über 200 Frauen Schutz und Unterstützung in Frauenhäusern. Die VWO-Leiterin Suraya Pakzad wurde 2009 vom «Time Magazine» für ihren Mut und ihr Engagement ausgezeichnet.

zum Beispiel in Indien

UNIFEM unterstützt die Menschenrechtsorganisation Breakthrough, die mit Hilfe von Multimedia lokale Gemeindearbeit stärkt und kulturelle Normen und soziale Praktiken, welche die menschliche Würde verletzen, verändern will. Die Kampagne Bell Bajao (Ring the Bell!) hat zum Ziel, Gewalt gegen Frauen zu stoppen und Frauen aus ihrem Status als Bürgerinnen zweiter Klasse zu befreien. Jungen und Männer werden aufgefordert, sich gegen Gewalt an Frauen auszusprechen und entsprechend zu handeln.

In der Schweiz sind Gewalthandlungen in Ehe und Partnerschaft keine Privatangelegenheit – auch wenn sie nicht vor aller Augen passieren. Sie werden von Amtes wegen als Delikt verfolgt und bestraft. Auch in kantonalen Gesetzgebungen finden sich Bestimmungen zu Gewaltanwendungen.
Übersicht rechtliche Grundlagen

Erfahren Sie Gewalt in der Partnerschaft?

Brechen Sie Ihr Schweigen. Zögern Sie nicht, Hilfe zu beanspruchen.

Kennen Sie Menschen in Ihrem Umfeld, die von Gewalt betroffen sind?

Sehen Sie nicht weg. Ermutigen Sie die Person, Hilfe zu holen und sich beraten zu lassen. Rufen Sie in akuten Situationen die Polizei. In allen Kantonen existieren Beratungsstellen, die Opfer beraten und nach den Möglichkeiten des Opferhilfegesetzes unterstützen. Sie sind für Frauen und Männer da. Hier finden Sie die aktuellen Adressen:Beratungsstellen Opferhilfe

Wissen Sie manchmal nicht weiter, verlieren die Kontrolle und üben Gewalt aus?

Es gibt Auswege aus dieser schwierigen Situation. Der Ausstieg aus der Gewaltspirale ist nicht einfach, aber möglich. Fachleute helfen dabei.
Beratungsstellen für gewaltausübende Männer
Beratungsstellen für gewaltausübende Frauen

Quelle: Fachstelle gegen Gewalt www.gleichstellung-schweiz.ch
Hier finden Sie die aktuellsten Informationen.

Die Gewaltspirale hat eine besondere Dynamik

Abwertungen, Demütigungen, Beschimpfungen münden in körperliche Misshandlungen. Diesen ist das Opfer hilflos ausgeliefert, wenn Flucht oder Gegenwehr nicht möglich sind. Nebst körperlichen Verletzungen kommt es zu schwerwiegenden psychischen Folgen. Nach einer akuten Phase zeigt die gewaltausübende Person oft Reue, verspricht Besserung, appelliert an Liebe, manche suchen Hilfe. Einige Frauen kehren in dieser Phase aus dem Frauenhaus zurück. Dann folgt die Suche nach den Ursachen des Gewaltausbruchs. Vielfach werden äussere Umstände genannt: Alkohol, die Arbeitssituation, das Verhalten der Partnerin/des Partners. Oft wird dies vom Opfer akzeptiert, es übernimmt die Verantwortung und hat die Illusion, die Gewalteskalation beim nächsten Mal verhindern zu können. Wenn keine der beteiligten Personen Hilfe sucht, dreht sich die Spirale weiter. Die Erfahrungen von Frauenhäusern und Opferberatungsstellen zeigen, dass die Misshandlungen mit der Zeit sogar häufiger und massiver werden.

Stopp Gewalt gegen Frauen

Im Kanton Zürich sind 2008 drei Frauen durch häusliche Gewalt getötet worden. Insgesamt registrierte die Polizei 1749 Straftaten, bei denen Frauen Opfer von Gewalt in Paarbeziehungen oder in der Trennungsphase wurden – das entspricht fast fünf Straftaten pro Tag.

Männer und Frauen können verhindern, dass Frauen zu Gewaltopfern werden oder weiterhin Gewalt erleiden müssen. Anlaufstellen im Kanton Zürich bieten professionelle Hilfe und unterstützen gefährdete Frauen, Gewaltopfer, Gewaltausübende sowie Zeuginnen und Zeugen:

Gewalt in Paarbeziehungen: Anlaufstellen

  • Beratungsstelle Nottelefon für Frauen – gegen sexuelle Gewalt Zürich:
    044 291 46 46 Website
  • bif Beratungs- und Informationsstelle für Frauen gegen Gewalt in Ehe und Partnerschaft 044 278 99 99
  • Frauenhaus und Beratungsstelle Zürcher Oberland 044 994 40 94
  • Frauenhaus Violetta - für Migrantinnen 044 291 08 70
  • Frauenhaus Winterthur 052 213 08 78
  • Frauenhaus Zürich 044 350 04 04
  • Frauen Nottelefon – Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen Winterthur
    052 213 61 61 Website
  • Mädchenhaus Zürich (für junge Frauen bis 20): 044 341 49 45
  • mannebüro züri 044 242 08 88

Verhinderung der Gewalt ist mit vereinten Kräften möglich

Um Gewalt in Paarbeziehungen zu verhindern, braucht es Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen. Der Einsatz aller ist gefragt!

Die Politik hat griffige rechtliche Grundlagen zu schaffen und die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen für Prävention und für den Schutz der Opfer. Dafür setzt sich auch die Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann ein.

Personen, die beruflich mit dem Thema in Kontakt kommen wie Sozialarbeitende, Psychologen, Polizistinnen oder Personen aus dem Gesundheitswesen müssen weitergebildet werden, damit sie die Gewalt frühzeitig erkennen können. Die oben genannten Anlaufstellen sowie die Interventionsstelle gegen Häusliche Gewalt bieten entsprechende Weiterbildungen an.

Die Öffentlichkeit muss aufs Thema aufmerksam gemacht und informiert werden über die geltenden Regelungen und die existierenden Anlaufstellen. Denn alle Frauen und Männer können dazu beitragen, ein Klima zu schaffen, das Gewalt nicht toleriert. Dieses Ziel verfolgt auch diese Website.

Damit in einer Partnerschaft keine Gewalt entsteht, hilft es gemäss einer Einschätzung von Expertinnen und Experten, wenn Paare einen respektvollen und gleichberechtigten Umgang miteinander haben. Die Förderung der tatsächlichen Gleichstellung von Frau und Mann in allen Lebensbereichen, auch in der Familie, ist ein wichtiges Anliegen der Gleichstellungsarbeit. Die Schweizerische Bundesverfassung und die Zürcher Kantonsverfassung erklären dies als staatliche Aufgabe.

Verbesserter Schutz für Opfer durch kantonales Gewaltschutzgesetz

Seit dem 1. April 2007 ist im Kanton Zürich das Gewaltschutzgesetz in Kraft. Es hat das Ziel, den Opferschutz zu verbessern. Die Polizei kann Tatverdächtige bis zu 14 Tage aus einer Wohnung wegweisen oder ein Kontaktverbot verhängen. Wenn zusätzliche Sicherheit und Schutz nötig sind, stehen den Betroffenen die oben erwähnten Frauenhäuser zu Verfügung.
Website

 
«Heute werden Gewalt-
ausübende kaum angezeigt – weil die Frauen sich nicht trauen, weil sie ihre Rechte nicht kennen und weil die Gesetze noch ungenügend sind oder nicht durchgesetzt werden.»
Jacinta Muteshi, Leiterin UNIFEM Büro Äthiopien, Addis Abeba
Damit mehr Frauen in Würde leben können
UNIFEM - der Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen – schaut hin, stärkt die Frauen und handelt nachhaltig.