Äthiopien

Bekämpfung der Gewalt an Frauen

UNIFEM Äthiopien will die ökonomische Sicherheit von Frauen in Äthiopien fördern, Gewalt gegen Frauen und das Ausbreiten von HIV / AIDS mindern, der Geschlechtergerechtigkeit und der politischen Teilhabe von Frauen zum Durchbruch verhelfen.

Das Länderprogramm umfasst unter anderem die Ausbildung von Schlüsselpersonen, die  Beeinflussung der Gesetzgebung zur Förderung von Frauenrechten, die  Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und Öffentlichkeitsarbeit.

UNIFEM Schweiz unterstützt drei Teilprojekte aus dem Länderprogramm.

UNIFEM-Projekt Äthiopien 2010 (pdf, 2 Seiten, 1.2 mb)

1. Praktische Unterstützung für gewaltbetroffene Frauen
Massnahmen 2010

  • Frauenhäuser und Beratung: Stärkung bestehender und Einführung neuer Angebote  für Betroffene
  • Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitenden, welche gewaltbetroffenen Frauen zur Seite stehen
2. Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Frauenrechte
Massnahmen 2010
  • Veranstaltungen über Frauenrechte für lokale und religiöse Führungspersonen sowie für Polizei und Gerichte
  • Handbuch über Frauenrechte
  • Breite  Information über die Rechte der Frauen bezüglich sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt   
3. Prävention
Massnahmen 2010
  • Unterstützung von Gemeinden bei der Prävention von Gewalt an Frauen (Verordnungen, Gesetze und Umsetzung in der Praxis auf lokaler Ebene)
Geplante Beiträge von UNIFEM Schweiz
2010: CHF 50.000

Daten Länderprogramm
Dauer: 2009 bis 2011
Gesamtbudget: 6.5 Mio USD

UNIFEM Programm-Manager: Dr. Jacinta Muteshi, Programm-Koordinatorin, UNIFEM
Äthiopien, Addis Abeba

PartnerInnen vor Ort: Regierung, UNO-Organisationen, NGO, regionale Fachleute und Vertrauenspersonen, Religionsgemeinschaften, Medienschaffende.




UNIFEM in Äthiopien
– Ausbau und Betrieb von Frauenhäusern
– Aufklärungskampagnen
– Prävention in Gemeinden, z.B. durch Frauenwachen
– Anlaufstellen für Gewaltopfer
– Schulung von Polizeikräften, Frauenorganisationen u.a.

UNIFEM arbeitet mit der Regierung, anderen UN-Organisationen,Frauennetzwerken und Vertrauensleuten vor Ort zusammen.

Ein Zuhause ohne Adresse

Meskerem hat im Frauenhaus von Addis Abeba Unterschlupf gefunden. Ihr Kind kam hier zur Welt. Das Frauenhaus mit seinen 50 Betten ist eine sichere Insel für Frauen, die wie sie Gewalt erfahren haben. Die Adresse ist nur der Polizei bekannt. Fotos sind nicht erlaubt. Diese Massnahmen schützen die Frauen vor weiteren Übergriffen und der Verfolgung durch die Täter. Für über 400 Frauen war dieser sichere Ort letztes Jahr ein vorübergehendes Zuhause. Doch 50 Betten sind längst nicht genug. UNIFEM unterstützt den weiteren Ausbau und Betrieb von Frauenhäusern und Beratungszentren.

Frauenwachen
In zehn Distrikten hat Action Aid Ethiopia in Zusammenarbeit mit UNIFEM sogenannte «Frauenwachen» gegründet. Ihre Aufgabe: Aufklärung über die schwerwiegenden Folgen von Genitalverstümmelung, Verheiratung Minderjähriger, Gewalt an Frauen und den Zusammenhang mit HIV/Aids. Die Frauenwachen melden Übergriffe der Polizei und arbeiten eng mit Gerichten und traditionellen und religiösen Institutionen zusammen.

Mehr wissen – richtig reagieren
Gewalt an Frauen darf kein Tabu mehr sein. Polizeikräfte, traditionelle und religiöse Führungspersonen sowie Frauenorganisationen werden geschult. Sie wissen vermehrt Bescheid über Gesetze, Prävention und Früherkennung der unterschiedlichen Formen von Gewalt an Frauen. In regionalen und lokalen Polizeistationen gibt es spezialisierte Anlaufstellen für Gewaltopfer. Die Schulungen gehören ebenso zum Engagement von UNIFEM wie die Ausrüstung der Anlaufstellen.

UNIFEM bleibt dran
Es braucht Frauenhäuser. Aber damit Gewalt an Frauen keine Zukunft hat, braucht es mehr. UNIFEM setzt sich für dauerhafte Lösungen und Prävention ein: die Anpassung von Gesetzen und deren Durchsetzung, die Gleichberechtigung von Frau und Mann und genügend staatliche Mittel für die Stärkung von Frauen. Auch die Förderung des Umdenkens bei religiösen Führern, bei Männern und Knaben, ist Teil des Programms.


 


Portraitbild von Jacinta Muteshi, Leiterin UNIFEM Büro Äthiopien, Addis Abeba
«Ihre Spende hilft, damit Gewalt an Frauen keine Zukunft hat.»
Jacinta Muteshi, Leiterin UNIFEM Büro Äthiopien, Addis Abeba

Portraitbild von Walter Eggenberger, Radio-/TV-Journalist und Reiseleiter
«Ich kenne und liebe Äthiopien; das Land, das Volk, die Kultur. Aber es gibt auch Schattenseiten. Menschenrechte werden missachtet, worunter vor allem die Frauen zu leiden haben. Alle sind aufgerufen, mitzuarbeiten, aber eine UNO-Organisation wie UNIFEM hat die Akzeptanz und das Fachwissen, um Änderungen herbeizuführen.»
Walter Eggenberger, Radio-/TV-Journalist und Reiseleiter